Ich habe diesen Sommer zwei Kleidungsstücke geschafft – ein sehr zurückhaltendes, schlichtes Strickoberteil aus Pure Silk, gefolgt von einem wilden Häkeloberteil aus ein bisschen von allem. Was soll ich sagen: Das Universum strebt nach Gleichgewicht.
Inspiriert haben mich die vielen farbenfrohen, improvisierten Häkelprojekte, die ich dieses Jahr überall gesehen habe; ich liebe die Verspieltheit dieser Art von Häkelarbeit, ich liebe es, Farben zu mischen, und ich konnte einfach nicht widerstehen, mich hier voll und ganz dem Hippie-Flair der 70er Jahre hinzugeben. Ja, es ist ein bisschen so, als würde man eine Decke tragen, aber ich liebe es! Bei der Farbauswahl habe ich mit ein paar melierten Strängen begonnen und dann einfarbige Garne hinzugefügt, die dazu passten und für eine leicht kontrastierende Struktur sorgten. Es gab keinen Plan: Bei jedem einzelnen Quadrat musste ich mich neu für eine Farbkombination entscheiden, was, wie ich zugeben muss, manchmal nervig war, aber das Ergebnis gefällt mir sehr gut. Der einzige feste Punkt war, jedes Quadrat mit einer Runde in Blau abzuschliessen – das allein hat schon viel dazu beigetragen, dass das Ganze stimmig wirkt.



So machst du dein eigenes chaotisches Häkel-Top
Ich schreibe keine Anleitung, aber hier ist, wie ich vorgegangen bin:
Jedes Quadrat besteht aus 6 Stäbchenrunden sowie einer Runde feste Maschen.
Insgesamt habe ich 62 Quadrate gehäkelt. Vorder- und Rückseite sind identisch geformt: Drei Reihen mit je sieben Quadraten bilden das Passe und die kurzen Ärmel; zwei Reihen mit je fünf Quadraten bilden die Taille. So kastenförmig das auch klingen mag, an mir ergibt das tatsächlich eine ziemlich schmeichelhafte Form. (Ich verspreche, dass ich Fotos zeigen werde, sobald das Wetter besser passt – an mir gefällt es mir besser als hier an Doreen!) Ich bin obenrum kräftig, mit sehr runde Schultern; ich liebe es, wie Bootshals-Schnitte meine Schultern zu strecken scheinen und mich weniger üppig wirken lassen. (Das fällt euch auch bei meinem Soothing Stitches Top auf!) Dieses Top bietet ausserdem Platz im Brustbereich, ohne zu zeltartig zu wirken: Es sitzt ziemlich eng um meine Taille (ich schätze etwa 8 cm Spielraum) und bringt meine Figur optimal zur Geltung.
Um es an eine andere Grösse anzupassen, sehe ich zwei Möglichkeiten. Man kann entweder die Anzahl der Quadrate pro Reihe ändern oder die Grösse der Quadrate anpassen. Für welche Variante man sich entscheidet, hängt wahrscheinlich stark von den eigenen Stilvorlieben ab, aber auch davon, wie gross die Grössenabweichung sein muss und an welchen Stellen. Ich hatte überlegt, an den Seiten und unter den Armen eine Reihe mit halb so grossen Quadraten zu stricken, falls die Grösse für mich nicht so perfekt gepasst hätte.
Zum Zusammennähen habe ich die Quadrate zunächst ausgelegt, um die beste Farbplatzierung zu bestimmen. (Ich wollte die hellsten, gelblichen Quadrate möglichst weit von meinem Gesicht entfernt haben und darauf achten, dass sie ausgewogen verteilt sind. Ausserdem habe ich mich dafür entschieden, die dunkelsten Quadrate unter den Armen zu platzieren. Wer ein scharfes Auge hat, bemerkt vielleicht, dass die gezeigte Anordnung nicht ganz mit dem fertigen Oberteil übereinstimmt; ich habe mich schliesslich doch dafür entschieden, die gelben Quadrate an den Ärmeln anzubringen, statt unten.) Dann habe ich jede Seite (Vorder- und Rückseite) sorgfältig der Reihe nach gestapelt, von der untersten Reihe bis zur obersten.
Ich habe darauf geachtet, diese Stapel strikt in der richtigen Reihenfolge zu halten, und die Quadrate mit feste Maschen miteinander verbunden. Vorder- und Rückseite wurden separat fertiggestellt. Ich begann mit horizontalen Streifen, damit alles sicher an der richtigen Stelle sass, und schloss dann die vertikalen Nähte und die Achseln. Anschliessend verband ich die Schulternähte – ich liess drei Quadrate für den Halsausschnitt offen und liess auch die Ärmel oben offen, sodass jede Schulternähte nur einen Block breit ist. Zum Schluss häkelte ich zwei Runden mit feste Maschen, um den Halsausschnitt fertigzustellen.
Nun, schliesslich musste ich natürlich alle Fadenenden vernähen. Aber da die meisten davon bereits im Häkelwerk eingeschlossen waren, war es gar nicht so schlimm!
Garn für dein chaotisches Häkel-Top
Hier unten steht was ich ich verwendet habe, aber das Schöne daran ist natürlich, dass es ganz dir überlassen ist und sich auch Restgarn sehr gut eignet. Meines ist ausschliesslich in Fingering-Stärke, grösstenteils Merino. Ich trage Grösse 46/48 und habe etwa 700 g Garn verbraucht.
200 g x Lazy Lion: je 1 Strang Britta’s Favourite (auch mein Favorit!) und Bunch of Roses
50 g x Highland Sock: 1 Strang Turf
300 g x Knitting for Olive Merino: je 1 Knäuel Blue Tit und Deep Petroleum Blue (die Farben sind sich sehr ähnlich!), dazu je ein halbes Knäuel Umami Yellow und Raspberry Red
150 g x Kremke Morning Salutation Fino: je 1 Knäuel Messing, Pinie und Beere