Manchmal scheint die Wahl des Garns von den Pflegehinweisen bestimmt zu sein. Zum Beispiel: Nur wenige würden sich dafür entscheiden, ein Babygeschenk aus Kaschmir zu stricken. Du weisst ja, dass das Teil gewaschen werden muss, und du weisst, dass die frischgebackene Mama dir nicht dankbar sein wird, wenn du ihr das unnötig erschwerst!
(Ich empfehle für Babys übrigens meistens eine Baumwollmischung, oder superwash Merino. Hautfreundlich und leicht zu waschen.)
Aber oft, so glaube ich, lassen sich die Leute unnötigerweise von „Nur Handwäsche“-Etiketten abschrecken. Hier ist der Grund dafür.
Nicht zu oft waschen!
Erstens: Natürliche Wolle muss so gut wie nie gewaschen werden (Babykleidung mal ausgenommen). Dank des Lanolins verfügt sie über eine Schutzschicht, was bedeutet, dass sie kaum Schmutz oder Gerüche aufnimmt. Versuche, deine Pullover regelmässig zu lüften, indem du sie draussen oder in einem dampfenden Badezimmer aufhängst, damit sie frisch bleiben.
Wenn du etwas verschüttest oder bekleckst, reicht wahrscheinlich eine Fleckenreinigung aus. Du solltest deine Wollkleidung auch waschen, bevor du sie für den Sommer wegpackst, damit sie für Motten weniger attraktiv ist. Aber dieses einmalige Bad im Jahr könnte tatsächlich ausreichen.
(Oder mach es wie die Nordländer und leg deine Pullover in einen Schneehaufen!)
Der Wollwaschgang ist oft die richtige Wahl
Zweitens: Selbst Kleidungsstücke aus „maschinenwaschbarer“ Wolle oder anderen Fasern sollten wahrscheinlich mit Sorgfalt gewaschen werden. Es geht nicht nur um das Verfilzen: Handgestrick ist anfälliger für Verformungen als Maschinenstrick. Du willst doch nicht das Leben aus diesen schönen Maschen herauspressen!
Deshalb werden alle meine Pullover gleich behandelt, egal was auf dem Etikett steht. Ich wasche sie in der Maschine im Wollprogramm „Handwäsche“ bei 20 °C. Aber nicht alle Maschinen sind gleich! Das funktioniert bei mir seit Jahren mit verschiedenen Maschinen, aber ich habe auch Horrorgeschichten gehört. Wenn du das noch nie ausprobiert hast, teste deine Maschine unbedingt zuerst, vielleicht mit ein paar Maschenproben. (Endlich eine Verwendung für diese alten Probestücke!)
Wichtig: Stecke deine Wollkleidung nicht in einen Kissenbezug oder Wäschebeutel, um sie zu „schützen“ – das sorgt nur für mehr Bewegung und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie verfilzt. Schütze sie durch sorgfältiges Waschen: kleine, schonende Ladungen (ob in der Maschine oder von Hand) ohne aggressives Schleudern oder Auswringen.
Leg deine nassen Sachen stattdessen auf ein Handtuch, leg ein weiteres Handtuch darauf, roll sie zusammen – und stampf ordentlich drauf! Sehr befriedigend und sehr effektiv. Leg sie dann flach zum Trocknen aus, häng sie niemals auf.
Und vergiss nicht, dass du in manchen Fällen (wie bei Spitzenschals) die Wäsche möglicherweise noch einmal spannen musst. Das kannst du unter „weitere Gründe, nicht zu oft zu waschen“ ablegen…